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Kopi Luwak – daran erkennen Sie die originale Kaffeespezialität

von | Mai 11, 2020 | Kaffee | 0 Kommentare

Unter vielen Tierschützern und im Allgemeinen besitzt Kopi Luwak leider einen zweifelhaften Ruf. Warum ist das so? Weil der Edelkaffee fälschlicherweise oftmals unter dem eigentlich geschützten Begriff verkauft wird, obwohl viel zu häufig eine Kopie darin steckt. Denn nur von wilden, freilebenden Fleckenmusangs aufgesammelte und dann ausgeschiedene Kaffeekirschen dürfen als original Kopi Luwak gehandelt werden. Da diese natürlichen „Geschenke“ der Tiere eine absolute Rarität darstellen, können mit ihnen zu Recht hohe Preise erzielt werden. Das machen sich findige Betrüger zu Nutze, fangen Musangs ein, sperren sie in Käfige und geben ihnen wahllos Kaffeekirschen zu futtern. Die so produzierten Exkremente verkaufen sie dann als Kopi Luwak weiter, obwohl diese Kaffeebohnen so viel mit dem Original zu tun haben wie eine „Rollecks“ mit einem Chronographen einer Schweizer Luxus-Uhrenmarke.

Unserer Meinung nach muss dieses vom Menschen verursachte Tierleid viel härter bestraft werden. In zweiter Instanz leiden wir und andere fair agierende Kaffeehändler unter dem Vorgehen der skrupellosen Kopi Luwak-Fälscher. Denn durch ihre Machenschaften gerät eine wundervolle und phänomenale Kaffeespezialität völlig in Verruf.

Doch woran können Sie echten Kopi Luwak erkennen? Es gibt klare Anzeichen, ob es sich um originale Ware oder eine schlechte Fälschung handelt. Damit Sie sicher sein können, Ihren Wunschkaffee frei von negativen Gedanken und völlig unbeschwert zu genießen, haben wir für Sie die wichtigsten Merkmale zusammengefasst. So erkennen Sie in Zukunft fachmännisch den wahren Genuss-Kaffee und werden ihn sicher auch schmecken.

Das sind die Kriterien, mit denen Sie Original und Fälschung unterscheiden können:

1. Preis

Beim seltensten und deshalb teuersten Kaffee der Welt ist es wie beim Fleisch: Ein Wagyu-Rind aus der Region Kobe in Japan wird bis zu fünf Jahre lang aufgezogen, mit wertvollstem Futter (unter anderem Bier) versorgt und von Hand massiert, um die Muskeln zu lockern und zarter zu machen. Ein Rind in gewöhnlicher Massentierhaltung wird bereits spätestens nach zwei Jahren geschlachtet, bekommt industrielles Futter und um das Wachstum zu beschleunigen zusätzlich Hormone und andere Mittel verabreicht. Der Preis für ein Kilogramm Fleisch vom Wagyu Rind kostet zwischen 400 und 1.000 Euro. Ein Kilo Rindfleisch in einem deutschen Supermarkt ist hingegen schon für rund 10 Euro erhältlich. Haben Sie mal ein Steak vom Supermarkt-Rind und dann eine Tranche vom Wagyu Rind probiert?

Ähnlich verhält es sich beim Kopi Luwak. Frei und glücklich lebende Fleckenmusangs sammeln nur die reifsten und edelsten Kaffeekirschen mit einer intensiv roten Farbe. Die Anzahl dieser Kirschen fällt auf einer Kaffeeplantage natürlich deutlich geringer aus als die der noch nicht ganz reifen grünen Kaffeefrüchte. Mit diesen häufig vorkommenden Kaffeekirschen der minderen Qualität werden hingegen Musangs in Käfighaltung nicht nur ge-, sondern überfüttert. Dies führt zu einer Mangelernährung und Krankheiten, die sich auf den Geschmack der ausgeschiedenen Kaffeebohnen merklich auswirkt.


Zudem ist es für faire Kaffeebauern äußerst aufwendig, die natürlich ausgeschiedenen Kaffeebohnen der freilebenden Musangs überhaupt zu entdecken und aufzulesen. Damit sie diese dann weiterverarbeiten können. (Wie das genau geschieht, sehen Sie in einem Video auf dieser Seite . In reiner Profitgier agierende „Kaffeebauern“ machen es sich deutlich einfacher. Spitz gesagt: „Kaffeekirsche oben rein, hinten wieder raus und einsammeln“.

Dieser unterschiedliche Aufwand schlägt sich auf den Verkaufspreis wieder. Wenn Sie dann noch bedenken, dass Kosten für den Import, faire Löhne für die Arbeiter(innen) auf den Kaffeeplantagen und weitere Faktoren auf den Gesamtpreis einwirken – können Sie sich dann vorstellen, dass Sie solch eine Rarität realistisch für unter 50 Euro pro 100 g erhalten?

Achten Sie deshalb bitte stets auf angemessene und wertschätzende Preise, um die garantiert faire Produktion von Kopi Luwak zu unterstützen.

2. Formulierungen

Wie bei so vielen Dingen im Leben stecken auch in zahlreichen Produktbeschreibungen zum Kopi Luwak der Teufel im Detail. Kein Anbieter des Edelkaffees wird freiwillig zugeben, dass er seine Bohnen von Erzeugern erhält, die Musangs in Käfige sperren. Deshalb sind sie oftmals sehr kreativ, um diese Tatsache zu verschleiern. So werben sie mit dem Wort „Freilandhaltung“. Was suggeriert Ihnen dieses Wort? Ziehen wir noch einmal den Vergleich zu den hierzulande bekannteren Rindern. Bei diesen würden Sie sich vermutlich nun vorstellen, dass diese mit viel Platz auf grünen Wiesen stehen, saftiges Gras zu fressen bekommen und die Sonne genießen – „Freiland“ eben. So weit so gut.

Aber was sagt uns der zweite Teil des Wortes „Freilandhaltung“?
Richtig, Haltung. Die Fleckenmusangs für die Kaffeebohnen-Produktion werden gehalten. Wie halten Sie ein freilebendes Tier in seiner natürlichen Umgebung? Eindeutig ein krasser Widerspruch.

Musangs sind scheue, nachtaktive Tiere. Außerhalb der Paarungszeit sogar komplette Einzelgänger. Die vorwiegend in den Höhenlagen Südostasiens in tropischen Regenwäldern leben. Solch eigensinnige, zurückhaltend agierende Lebewesen lassen sich nicht halten. Sie brauchen Ruhe und ihre Freiheit, um glücklich zu leben. Und um ihren wählerischen Trieb nachzukommen, sich die feinsten Kaffeekirschen in ihrer Umgebung herauszupicken. Diese Freiheit erhalten sie bei den zertifizierten Kaffeebauern, von denen wir die Bohnen für unseren Kopi Luwak beziehen. Davon können Sie sich auf unserer Website überzeugen.

Achten Sie bitte auf solche Details in Begrifflichkeiten, wenn Sie sich online nach dem berühmten „Katzenkaffee“ umsehen. Wenn von „Haltung die Rede ist, bildet dies einen Widerspruch gegen den geschützten Begriff „Kopi Luwak“.

Wir hoffen, Sie fühlen sich nun etwas sicherer bei der Recherche nach dem für Sie besten Kaffee. Wenn Sie weitere Fragen haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf oder kommentieren Sie diesen Beitrag. Gerne geben wir Ihnen Auskunft und freuen uns auf einen wertschätzenden Austausch unter Kaffee-Liebhabern.